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Der Designer Kari Piippo

Plakat von Kari PiippoDer finnische Grafikdesigner Kari Piippo zählt zu den bedeutendsten Plakatkünstlern unserer Zeit. Seine Plakate sind gekennzeichnet durch große Minimalistik. Zum Anlass einer Ausstellung in Eutin möchte ich euch den Designer hier vorstellen, um auch meine Bewunderung für seine Arbeiten Ausdruck zu verleihen.

1945 geboren, begann Kari Piippo 1960 mit seiner Ausbildung an der Schule für Angewandte Kunst in Helsinki. Eine Ausstellung polnischer Plakatkunst machte ihm bewusst, welche Richtung er als Grafikdesigner einschlagen wollte: die Plakatgestaltung wurde sein originäres Arbeitsfeld. Seit dem Gewinn eines internationalen Plakatwettbewerbes der Unesco Mitte der 1970er Jahre wurde Kari Piippo international bekannt. „Plakatgröße DIN A3 und zwei Farben“, so sagt er, standen am Anfang seiner Karriere als Designer von Theaterplakaten, die seit den 80er Jahren durch ihre besondere Schlichtheit und Konzentration auf das Wesentliche in vielen Ländern auffielen. Ein Besuch in dem Grafikstudio von U.G. Sato in Tokio prägte Kari Piippos Stil – „simple, strong and sharp“ wurde dort eine seiner Plakatausstellungen genannt.

Ab 1989 lehrte an der Hochschule für Angewandte Kunst in Helsinki, bis er sich 1995 als freischaffender Grafikdesigner in sein Atelier nach Mikkeli zurückzog, wo er noch heute arbeitet. Kari Piippo ist als Grafikdesigner weltweit tätig, organisiert internationale Tagungen, ist Preisrichter und Mitglied zahlreicher Jurys.

Plakat von Kari PiippoMit seinen Plakaten erhielt Kari Piippo zahlreiche internationale Auszeichnungen. In Finnland war er „Designer des Jahres“ und erhielt dort weitere Auszeichnungen, weitere Preise wurden ihm u.a. in Mexiko (1990), New York (1991), Brünn (1994), USA (1999), in der Slowakei (2000), in Ningbo/China (2001) und in Korea (2002) verliehen. Im Jahre 2003 wurde Kari Piippo der „Internationale Plakat Kunst Hof Preis“ in Essen überreicht. 2006 erhielt er den 1. Preis der Internationalen Poster Biennale in Mexiko sowie im Jahre 2007 den „Golden Bee Award“ in Moskau.

Farbigkeit und Klarheit der Formen, dabei Reduzierung auf wenige Farben – häufig rot, blau, gelb oder auch nur schwarz-weiß – zeichnen Kari Piippos Plakatkunst aus. Ein Großteil seiner Auftragsarbeiten besteht aus Plakaten für das Stadttheater von Mikkeli, seinem Wohnort. Farbigkeit und Klarheit der Formen geben seinen Plakaten eine sehr direkte Ausstrahlung, in denen trotzdem etwas Geheimnisvolles mitschwingen kann. „Es sind die Farben, die konzentrierten und oft witzigen Bildlösungen, es ist in jedem Falle die große Form, die den Blick magisch anzuziehen vermag, das Detail, das ihn fesselt, Sinnfälligkeiten assoziiert. Seine Plakate sind kraftvoll, aber niemals laut“, schrieb Barbara Bärmich anlässlich einer Ausstellung finnischer Plakatkunst in den Brandenburgischen Kunstsammlungen zu Cottbus.

In der Ausstellung im Ostholstein-Museum in Eutin werden etwa fünfzig Plakate aus den Jahren von 1987 bis 2008 gezeigt, die einen Überblick über Kari Piippos Plakatkunst geben. Neben Theaterplakaten für das Stadttheater Mikkeli sind weitere Theaterplakate zu sehen, u.a. für das Volkstheater Rostock (Henrik Ibsen, „Die Frau vom Meer“, 1996) und das Berliner Ensemble („Bertold Brecht 1998“, 1997). Andere Plakate schuf er u.a. für die „Art + Design Expo“ Shanghai 1999 oder für eine finnische Kampagne gegen Alkohol im Straßenverkehr (in schwarz-weiß) im Jahre 1987. Eine besondere Gruppe bilden die Plakate, die Kari Piippo zu eigenen Ausstellungen schuf, so 1993 für eine Ausstellung in Polen, 2003 für Eutin, 2004 für eine Ausstellung in der Ukraine sowie 2008 für Ausstellungen in Finnland und wiederum in Eutin. Schwarz-weiß und sehr reduziert besticht das Plakat zu einem Poster-Workshop, den Kari Piippo 2004 in China durchführte.

Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 20. Juli 2008, um 11.30 Uhr eröffnet. Eine Einführung in das Werk Kari Piippos wird der chinesische Designer Jianping He, der Grafikstudios in Berlin und Shanghai unterhält, geben. Kari Piippo wird an der Eröffnung als Ehrengast teilnehmen.

Wie findet Ihr seine Arbeiten? Ich mag den Minimalismus, wenn ich selbst aber doch einen ganz anderen Stil verfolge. Vielleicht mag ich ihn deshalb aber auch so gerne?


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