
Nachdem Audi im Dezember letzten Jahres seine Homepage überarbeitet hatte und seit dem an seiner Hausschrift arbeitete, ist nun das neue Signet des Autoherstellers veröffentlicht worden. Auffällig ist dabei vor allem die Reduzierung der Wortmarke auf das Nötigste und eine Schärfung der Ringe selbst, die nun dem plastischen Pendant auf den Fahrzeugen selber viel näher kommt, als der Vorgänger.
Während bislang optisch doch die Wortmarke deutlich dominierte, wurde sie nun nach links versetzt und deutlich verkleinert. Vor allem aber wird nun eine neue, überarbeitete Typografie verwendet, die meiner Meinung nach dem Charakter und Dynamik der Marke nicht mehr in der Form entspricht, wie es die zuletzt verwendete Type vermochte. Der Automobilhersteller verwendet bereits seit Anfang des Jahres auf seinen Printanzeigen nicht mehr die vor über 10 Jahren eingeführte und modifizierte Univers Extended, sondern eine gänzlich neue Schriftart: Die AudiType. Verantwortlich zeichnet hierfür übrigens die Corporate Identity Agentur MetaDesign, die sich die Schriftart von Paul&Pieter entwerfen ließen.
Schade ist in meinen Augen, dass dieser neu verwendeten Schriftart nun auch die Wortmarke folgen musste, denn die Dynamik des Vorgängers geht eindeutig verloren. Nichts zu sagen gegen AudiType in Print-Anzeigen. In der Wortmarke selbst hätte man durchaus auf Tradition setzen können.

Dennoch ist das Redesign an sich absolut gelungen. Die Ringe sind inzwischen sicherlich für sich alleine stehend schon Signet genug für den bekannten Autohersteller und vielleicht ist dieses Redesign auch nur eine Vorstufe, um in absehbarer Zeit ganz auf die Wortmarke verzichten zu können. Die Bildmarke steht nun – durch die deutliche Reduzierung der Wortmarke – ausdrucksstärker, nahezu solitär. Und dieser Schritt ist sicherlich denkbar richtig. Dem Hersteller gelingt es, der Bildmarke Vorrang vor der Wortmarke zu geben, was einer Profilschärfung des Logos gleichkommt.
Während die Bildmarke in der Vergangenheit aus etwas künstlich wirkenden Ringen mit klassischem Grau-Verlauf bestand, versucht sich der Neuinterpretation in Realitätsnähe. Die neuen Ringe wirken plastischer und dabei doch weniger wuchtig. Zwar wecken Sie den Eindruck von mehr Breite, dafür tragen sie weniger auf. Gepaart mit feineren Abstufungen der Grautöne und der Verwendung von tieferen Schattenflächen überweigt nun ein wertigerer Eindruck, der selbst hochpreisigen Autos eher Rechnung trägt.

Vielleicht ist hier sogar ein Trend im Design auszumachen, denn auch Citroën hat ja zu Beginn diesen Jahres ein Redesign hin zu größerer Realitätsnähe vorgenommen. Und auch wenn bei dem französischen Autohersteller der Sprung größer war: Die Richtung beider Hersteller ist vergleichbar.
Danke an John und Jakob für diesen Tipp!
3 Kommentare
Die Ringe sind genial umgesetzt. Doch was sich Audi bei der Wortmarke gedacht hat, ist mir absolut schleierhaft. Warum nur haben sie alle Dynamik aus dem Schriftzug entfernt?
Gerade das A und das D haben mit der gebogenen Oberlänge entscheidend zum optischen Flow beigetragen. Ich kann darüber nur den Kopf schütteln.
Danke für die präzise Analyse!
[...] der Automobilbranche ein. Wie bereits Citroën (Design Bote vom 14. Februar 2009), Audi (Design Bote vom 27. August 2009) und Opel (Design Bote vom 14. September 2009) hat nun auch der Peugeot-Löwe einiges von seiner [...]
Da sieht das alte Logo viel besser aus, vor allem das Wort Audi wirkt beim alten noch mehr nach Audi…