
Der Internationale Designpreis Baden-Württemberg hat sich in den vergangenen Jahren als Focus-Wettbewerb einen Namen gemacht. Mit dem Alleinstellungsmerkmal auf einen konkreten Themenfokus – wie beispielsweise Focus Green im Jahr 2008 oder Focus Sicherheit in 2007 – sahen sich Hersteller und Designer mit besonderen Herausforderungen an aktuelle Gestaltungstrends und Entwicklungsaufgaben konfrontiert. Anlässlich des 10jährigen Jubiläums schrieb das Design Center Stuttgart den Preis nun als Focus Open erstmalig frei aus. Und seit Mitte Oktober stehen nun die Gewinner fest.
Das Renommee des Preises spiegelt sich an der mit 438 Einreichungen außergewöhnlich hohen Teilnehmerzahl wider. Die Produkteinsendungen kamen aus Europa, Asien und den USA. Gleichzeitig ist dieser Zuspruch aber auch ein Zeichen für die wachsende Bedeutung professioneller Gestaltung in Unternehmen. Die Teilnahme am Wettbewerb ist ein klares Bekenntnis der Wirtschaft, den Mehrwert von Design über Aus-zeichnungen in der Marktkommunikation zu nutzen – erst recht in einer ökonomisch angespannten Zeit.
Während der zweitägigen Jurysitzung, die wie stets ohne Vorauswahl stattfand, legten die sechs Juroren bei ihrer Bewertung ausschließlich klassische Designkriterien zu Grunde, unter anderem Gestaltungsqualität, Funktionalität, Innovationsgehalt, Ergonomie / Interface, Produktgrafik, ökologische Merkmale, Wertigkeit, Emotionalität und Markenkonformität. 95 Produkte schafften es schließlich bis zur Prämierung. 84 Produkte erhielten den »Focus in Silber« für herausragende Designleistungen. Die Premiumauszeichnung »Focus in Gold« ging an weitere elf Produkte. Die einhellige Jury-Meinung war, dass Unternehmen und Designer im Jahr 2009 insgesamt eine besonders hohe Innovationsfreudigkeit und mehr Mut für außergewöhnliche Designlösungen gezeigt hätten.
Alle Produkte des »Focus in Gold« hier ausführlich zu beschreiben würde doch etwas den Rahmen sprengen, und so haben wir uns für zwei Produkte entschieden, die auch in unseren Augen als Gewinner zählen dürfen.
Ein einfacher, kleiner Eimer wird ins Schleudern gebracht und der Salat ist schnell trocken. Der spülmaschinenfeste Eimer besitzt eine Nylonkordel und im Innern eine gelochte Edelstahlplatte, die die Funktion eines Drainagebodens erfüllt. Er ist sehr flexibel dank seines Materials: weicher, nahrungsmittelgeeigneter TPE-Gummi.
Die Salatschleuder funktioniert nach ganz einfachen Prinzipien: Man wäscht den Salat im Eimer. Anschließend wird der Eimer-Rand zu einem Ausguss zusammengedrückt, aus dem das Wasser ablaufen kann. Dann schleudert man den Eimer im Kreis. Überschüssiges Wasser und mögliche Schmutzteilchen sammeln sich dabei unter der Drainageplatte – und der Salat ist trocken und servierbereit.
Die ungewöhnliche Salatschleuder ist in den Farben spring green, steel grey und creamy sand erhältlich.
Meinung der Jury: Sehr schön, weil sie so einfach ist, aber trotzdem hochfunktional. Durch das weiche Material, das man zusammendrücken kann, lässt sich Wasser ausgießen, ohne dass der Salat herausfällt. Durch das Schleudern hat das Produkt etwas Archaisches. Im Gegensatz zu vielen anderen Salatschleudern ist sie gut zu reinigen. Die meisten trocknen schlecht. Diese dagegen ist sehr einfach, praktisch, wunderbar. Mit ihr bekommen auch Kinder Lust, Salat zu trocknen.
Meinung Design Bote: Oftmals sind die einfachsten Dinge die schönsten – und effektivsten. Viel zu oft ärgern wir uns über die althergebrachten Salatschleudern, und das nicht nur, weil sie unattraktiv und definitiv der Horror bei der Reinigung sind. Der »Salad Spinner« räumt mit all diesen Makeln auf und reduziert dabei das Thema auf das Wesentliche. Großartig, weil so schön simpel.
Viele Menschen, die sich in der Stadt mit dem Fahrrad fortbewegen, ziehen keinen Helm an; denn sie möchten nicht mit sportlichem Helm zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen fahren sondern passend zum persönlichen Kleidungsstil. „Smart One“ macht dies möglich. Mit dieser neuen Art Helm kann man modisch und gut aussehen und trotzdem sicher Fahrrad zu fahren.
Das innovative Fahrradhelm-Konzept ist das erste, das die hohen Anforderungen an Sicherheit mit Ästhetik vereint. Es besteht aus zwei Teilen: einem stabilen Basishelm in drei Größen und zahlreichen verschiedenen Kopfbedeckungen, die auf den Helm gesetzt werden können.
Der Basishelm erfüllt den europäischen CE-Standard (EN 1078). Damit der Kopf gut geschützt ist, wird er mit Hilfe spezieller selbsthaftender Innenpolster, die in der Helminnenseite angebracht werden, individuell an die jeweilige Kopfgröße und -form angepasst. Ungewöhnlich sind auch seine runden Ohrriemen und seine verstellbaren Schnallen aus rostfreiem Stahl.
Zum modischen Accessoire wird er, wenn eine der zahlreichen verschiedenen Kopfbedeckungen auf den Basishelm gesetzt wird. Dann wechselt er vom Fahrradhelm zum Hut, zur Mütze, zur Kappe, zum Sonnenhut oder zur Pelzkappe. Die Kopfbedeckungen sind in unterschiedlichen Stoffen, Dessins und Stilen erhältlich.
Meinung der Jury: Ein ganz neuer Ansatz. Das ist der erste tragbare Fahrradhelm. Hier geht es um Mode, gut Angezogensein und Humor. Leute, die nicht mit Radlerhose und sportlichem Helm durch die Stadt fahren wollen, sondern modisch orientiert sind, haben endlich die Chance auch einen Fahrradhelm zu tragen. In Ländern, in denen er bereits eingeführt wurde, hat er die Zahl der Helmträger deutlich erhöht. Damit hat er bereits bewiesen, dass er ein wichtiger Sicherheitsfaktor ist.
Meinung Design Bote: Einfach genial. Und wieder einmal stellt man sich die Frage: Warum ist da nicht längst einer mit der Idee auf/im Kopf um die Ecke geradelt? Fahrradhelme sind gut und wichtig, aber hässlich. Wenn man nicht gerade Leistungssportler ist, sich deshalb ein entsprechendes Outfit und einen aerodynamischen Helm zu tragen leisten kann, der verzichtet oftmals allein wegen des unangenehmen Äußeren auf den sicheren Schutz am Kopf. Das könnte sich endlich mit diesem durchaus modischen Fahrradhelm ändern – der darüber hinaus nicht nur das Leben des Radfahrers sicherer macht, sondern auch die Ästhetik des Betrachtens fördert.
Die Ausstellung aller Preisträger ist noch bis zum 29. November täglich, außer montags und feiertags, geöffnet von 12:00 bis 20:00 Uhr. Ausstellungsort ist Ludwigsburg, Werkzentrum Weststadt, Rheinlandstraße 10.
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