Design muss nicht teuer sein?
Ich habe mich dieser Tage beim Durchsehen alter Unterlagen zweierlei Dinge erinnert: Einer Serie der Süddeutschen Zeitung über bezahlbare Designartikel mit dem Titel “Was kostet gutes Design?” und einem potentiellen Kunden, der nach einem Angebot von mir kommentarlos zwei Zitate von anderen Websites kopiert und mir zugesandt hat:
Professionelles Design muss nicht teuer sein!
&
Design gibts auch billig!
Ich habe damals ebenso kommentarlos geantwortet
Wirklich gutes Design gibt es nicht billig. Punkt.
Ich habe den Auftrag nicht bekommen. Und der Kunde wurde damals – meines subjektiven Empfindens nach – gestraft mit einer Homepage, die zwar überaus günstig war, aber eben auch einfach billig ausgesehen hat. Es lag keinesfalls am Budget, das zur Verfügung stand, denn finanzielle Mittel waren ausreichend vorhanden. Und ich will nicht mal annährend abschätzen müssen, wie viel Verlust er im Nachhinein durch das mangelhafte Design gemacht hat.
Also noch einmal: Wirklich gutes Design gibt es nicht billig. Punkt. Es steckt sehr viel Gespür, Erfahrung, Wissen und Arbeit dahinter. Ich denke, da werdet Ihr meine Auffassung teilen. Ein gutes Logo verbraucht schnell mal einige Tage Arbeit. Von einem ausgefeilten Corporate Design mal ganz zu schweigen. Nichtsdestotrotz zwingt einen – zumindest in den Anfangsphasen der Laufbahn – die Lebenssituation doch immer wieder dazu, Design weit unter Wert zu verkaufen.
Ganz spannend habe ich in diesem Zusammenhang eine Informationssammlung zu Preisgestaltungen für Webseiten im Internet gefunden. Natürlich ist mir bewusst, dass es dabei nicht nur um das reine Design geht – aber oftmals sind wir ja auch “gezwungen” (oder tun es gerne) vollständige Dienstleistungen anzubieten. Bei Kostenweb gibt es diverse unterschiedlich stark fundierte Preisfindungshilfen, die auch Euch sicherlich helfen können, einen ordentlichen Preis für Eure Dienstleistungen vor Euch selbst rechtfertigen zu können – falls das denn nötig sein sollte.
Ich denke, das das geistige Eigentum von Designern häufig deutlich unter Wert verkauft wird – vor allem in Zeiten, da mittelständige Betriebe glauben, auch unzureichend ausgebildete Autodidakten könnten helfen, den Preis von Designern im Unternehmen oder als Freelancer zu drücken. Himmel – wie oft habe ich gehört: “So teuer? – Dann lass ich es lieber vom Freund meiner Tochter umsetzen, der hat auch richtig Gespür dafür …”
Übertreibe ich? Ich denke nicht …
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Schlagworte: Angebote, Billiges Design, Design, Designpreise, Preisbeispiele, Stundensätze, Tagessätze


























Du hast so was von Recht! Besonders den letzten Satz im vorletzten Absatz hab ich auch oft schon gehört, schade ist das…
[...] ich meinen Artikel “Gutes Design muss nicht teuer sein?” veröffentlicht hatte, haben mich einige E-Mails erreicht, in denen ich danach gefragt wurde, was [...]
Es ist wohl eine Gratwanderung… der Kunde will und kann einerseits auf bestimmte Ding enicht verzichten, ist aber oftmals auch gar nicht in der Lage, einen “realen” Preis zu zahlen. Und mir ist ja auch nicht geholfen, wenn er im Anschluß an die Bezahlung meiner Rechnung vorne und hinten nicht mehr hoch kommt. Ok, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber im Schnitt so der Fall. Da ist oft das Wort “Sponsoring” ein echter Türöffner. Viele haben auch ganz einfach keinerlei Vorstellung, wieviel Zeit die Entwicklung eines Logos bzw. die Ausarbeitung in Anspruch nehmen kann, denn die Idee ist ja oftmals schon beim ersten Gespräch zu Papier gebracht.