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Das neue Jako Logo

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Jako Logo Vorher Nachher

Als die Sportmarke Jako zum 20-jährigen Firmenjubiläum ein neues Erscheinungsbild erhielt, wurde unter anderem auch ein neues Logo präsentiert. Mir selbst gefiel und gefällt das Redesign in großen Teilen ganz und gar nicht, doch da ich selbst gerade anwaltlichen Schriftverkehr mit der Firma Yves Rocher führen durfte, war mir nicht unbedingt danach, kritisch über ein vergleichbar großes Unternehmen zu schreiben.

Nun war die Abmahnung von Yves Rocher vergleichsweise harmlos, wenn man dieser Tage betrachtet, was mir alles hätte passieren können, wären meine Worte bezüglich des neuen Logos von Jako nicht angemessen gewesen. Wie auch immer meine Kritik ausgefallen wäre: Ich bin derzeit gar nicht unglücklich darüber, damals nichts Entsprechendes verfasst zu haben.

Grund für meine – zugegebener Maßen doch rein egoistischer Freude in Bezug meines eigene Handelns – ist die Empörung des Sportartikelherstellers über einen Blogger, der eben dies gewagt hatte. Er übte Kritik am neuen Erscheinungsbild von Jako. »Trainer Baade«, der zu Recht nun viel Schützenhilfe aus dem Strafraum der Blogger erhält, nahm das neue Erscheinungsbild zum Anlass, eine derbe Glosse über Jako zu verfassen, was ihm promt eine Abmahnung des Sportartikelherstellers einbrachte.

Jako störte sich massiv an dem Beitrag und beauftragte eine Anwältin, um gegen Baade vorzugehen. Diese schickte eine Abmahnung, die sich gegen einige Formulierungen aus dem Artikel des Bloggers richtete. Der Beitrag wurde umgehend entfernt und Baade unterschrieb auch die zur Abmahnung gehörende Unterlassungserklärung. Die Kosten beliefen sich bis dahin auf rund 2000 Euro.

Doch damit nicht genug: Denn die von Jako beauftragte Kanzlei entdeckte den beanstandeten Text ein zweites Mal – im Angebot des – mir bis heute unbekannten – Nachrichtenverteilers »Newstin«, der ganz im Sinne von GoogleNews, Readster, WebNews oder ähnlichen Angeboten, die RSS Feeds von Bloggern dazu nutzt, ihr eigenes Angebot zu füllen.

Die ersten Zeilen des Jako-Verrisses von »Trainer Baade« standen deshalb auch nachdem er seine eigene Version längst aus dem Blog gelöscht hatte im Internet. Grund genug für die Kanzelei erneut ein Schreiben zukommen zu lassen, mit der Aufforderung, “eine Vertragsstrafe in Höhe von 5100 Euro” zu bezahlen.

Vor zwei Tagen nun, am Dienstag, veröffentlichte »allesaussersport« eine Zusammenfassung des Falles von »Trainer Baade« und löste so eine Lawine der Empörung innerhalb der Bloggergemeinde aus. Dank der Popularität, die Baade jedoch durch die Bekanntmachung dieser Sachverhalte erhielt, lenkt Jako nun ein und kündigte an, auf den Blogger zugehen zu wollen.

Um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen sei gesagt, dass die Abmahnung von Yves Rocher vergleichsweise harmlos war. Keine Geldstrafe war dort vorgesehen, nur die Aufforderung, das Signet nicht weiter zu verwenden. Doch allein dieses anwaltliche Schreiben bereitete mir damals schon (fast) schlaflose Nächte, da ich mir der Konsequenzen für die Zukunft nicht sicher sein konnte. Durfte es nun möglich sein, mir mit der Gewalt der schieren Größe die Luft zum Atmen zu nehmen? Wie soll ein kleiner Blogger, der aus Passion, nicht aber aus finanziellen Interessen bloggt, sich gegen solche Übermacht behaupten? Ist doch ein Anwalt schlicht nicht bezahlbar …

Kritik habe ich selbst mehr als genug für meine Beiträge bekommen, sei es vielfältig per E-Mail oder auch öffentlich als Kommentar. Doch ist es mir immer wichtig gewesen, dass ich meine Meinung hier ungeschminkt im Rahmen der Pressefreiheit veröffentlichen kann und darf. Und so werde ich auch in Zukunft, trotz aller Negativbeispiele, nicht aufhören, auch weiterhin kritisch zu berichten.

Positiv fällt für mich aus, dass Jako nun einlenkt und die negative PR einstecken muss. Was hat den Hersteller dabei nur geritten, gegen einen Beitrag vorzugehen, der von vielleicht 100 Lesern tatsächlich näher betrachtet wurde? ist die Übermacht von Adidas und Puma so groß, dass Jako mal das Bedürfniss hatte, selbst auf einen Kleineren einzudreschen? Für Frank Baade jedenfalls ist es im Nachhinein sicher kein Segen, doch aber eine kleine Wiedergutmachung, dass sein Blog nun an Popularität deutlich gewonnen hat – und überall im Netz kräftig verlinkt wird.

Links

Weitere Details zum Fall »Trainer Frank Baade« gibts bei Heise und Spiegel Online


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Informationen

Datum: 3. September 2009, 10:01 Uhr
Autor: Florian Hirschmann
Themen: Logos
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Meinung: 8 Meinungen
Leser: Bislang 2.036 Leser.