Das Plakat zur IAA 2009

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Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) findet dieses Jahr zum 63. Mal statt, und zwar vom 17. bis 27. September in Frankfurt am Main. Natürlich gab es auch dieses Jahr ein neues Plakat und eine neue Website für die Messe, und vor allem das Plakat sehe ich derzeit, wohnhaft im Rhein-Main Gebiet immer häufiger auf Werbeträgern.
Besonders bemerkenswert ist, dass das Plakat mit für eine IAA gänzlich neuen Elementen arbeitet, die sich auf den ersten Blick dem Betrachter kaum erschließen. In der Tat wurde ich in den letzten Tagen vermehr gefragt, was das denn sollte, was das Plakat denn bitteschön darzustellen versuche. Und dabei ist die Antwort ebenso naheliegend wie simpel: Ein Auto.
Die Hände bilden die Silhouette eines Kleinwagens, der sich in voller Fahrt befindet. So ist es eben auch zu erklären, dass der Hintergrund gänzlich unscharf gezeichnet ist. Besonders spannend finde ich den sinnhaften Zusammenhang zwischen Mensch und Maschine. Der Mensch als Teil des Automobils wird hier gestalterisch umgekehrt, das Automobil wird durch den Mensch getragen und nicht umgekehrt. Eine gute Idee.
Kritik ist angebracht
Doch nicht alles an diesem Plakat ist gelungen, wie ich meine. Streckenweise ist die Verfremdung der Elemente tatsächlich etwas für die von mir bereits empfohlene Seite »Photoshop Disasters«. Die Verschmelzung der Fingerkuppen beispielsweise sieht geradezu gruselig aus und auch die Verfremdung bis zur signifikanten Form des Automobils schafft streckenweise so fremdartige Formen, dass es vielleicht besser gewesen wäre, beim Originalfoto etwas mehr Sorgfalt zu verwenden.
Die Lichtquellen in der Szenerie sind fei Schnauze positioniert, demnach treten auch Schatteneffekte eher als Fremdkörper auf. Die Schärfung des Fokus ist in sich nicht stimmig und fällt durch zu kurzflächige Übergänge unangenehm auf. Man sieht dem Plakat schlicht an, dass es kaum einer realen Szene entnommen sein kann. Und dabei sollte jedem Gestalter bewusst sein, dass Photoshop-Manipulationen erst dann als wirklich gut gewertet können sollten, wenn man sie eben nicht bemerkt.
Besonders befremdlich neben diesen technischen Umsetzungsproblematiken empfinde ich jedoch den besonders grünen Unterton der Komposition. Hier soll wohl eindeutig suggeriert werden, dass Auto fahren der Umwelt alles in allem weniger schadet, als allgemein vermutet wird. Verantwortlich für die Gestaltung des Plakats ist übrigens die Agentur We Do aus Berlin.
Alles nur geklaut?
Wie oben bereits gesagt: Eine gute Idee an sich, doch leider nicht neu, betrachte man sich das Motiv des Genfer Autosalon im Frühjahr diesen Jahres. An der Umsetzung hätte deutlich gefeilt werden können, doch eines ist dem Plakat auf jeden Fall sicher: Aufmerksamkeit! Die Nähe zum Autosalon Genf ist vielleicht sogar gewollt? Oder umgekehrt?Alles in allem ist die Arbeit sicherlich mit etwas besser als »befriedigend« zu benoten, jedenfalls, wenn ich meinem Umfeld glauben darf. Es gefällt durchweg, potentielle Besucher der Messe fühlen sich angesprochen. Und so kann man unterm Strich eigentlich nur sagen, dass We Do eine gute Arbeit gemacht hat, die vielleicht den ästhetischen Ansprüchen von Kollegen nicht gerecht wird, das Ziel aber wurde erreicht.
Fazit
Persönlich bekommt das Plakat von mir bestenfalls ein »ausreichend«. Emotional spricht es mich überhaupt nicht an, die Assoziation zum Automobil konnte ich eigentlich auch erst durch das groß aufgedruckte IAA selbst rückschließen, die technische Umsetzung ist streckenweise katastrophal. Die Stadt wirkt wie von Smog umnebelt, die Hände kalt und künstlich. Eine verlassene Welt, gebeutelt von den Unbillen des Automobilwahns.
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Links
IAA
We Do
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Schlagworte: IAA 2009, IAA Plakat, Internationale Automobil-Ausstellung, Photoshop-Manipulationen, Plakat, Plakatgestaltung, We Do



























Diese Details sind mir gar nicht aufgefallen, als ich das Plakat am Straßenrand gesehen habe. Es hat mir gefallen, im Großen und Ganzen. Nach dem Artikel hier bin ich aber kritischer…
:-)
Das Plakat finde ich interessant. Kann nicht sagen dass es mir besonders gut gefällt, aber es ist nicht schlecht. Die Idee gefällt mir.
… Manchmal kommt “Composing” halt doch von “Compost” … Finde es schade, die Bildidee ist eigentlich stark.