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Sex mit Massenmördern

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Sex mit Massenmördern

Darf man mit Massenmördern Werbung machen? Diese Frage hat die Initiative Regenbogen e.V., die als gemeinnütziger Selbsthilfeverein für die Aids-Prävention kämpft, definitiv mit Ja beantwortet, schickt sie doch Adolf Hitler, Josef Stalin und Saddam Hussein ins Feld, um den neuen Slogan »Aids ist ein Massenmörder« zu untermauern. Gemeinsam mit der Hamburger Kommunikationsagentur “das comitee” wurden Plakate und Videospots entworfen, die nun für heftige Kritik, aber auch hohe Zugriffszahlen sorgen.

Auf der Internetseite der Initiative liest man zur Begründung:

Bis jetzt starben weltweit mehr als 28 Millionen Menschen. Und jeden Tag kommen über 5000 neue Todesfälle hinzu. Damit ist Aids einer der größten Massenmörder in der Geschichte.

“Wir arbeiten mit dem Schockeffekt. Durch die mediale Reizüberflutung gehen viele andere Sachen in der Masse unter. Die Strategien der Aids-Prävention müssen überdacht werden”, sagt Jan Schwertner, Pressesprecher des Vereins Regenbogen, in einem Interview mit dem Spiegel.

Vom Standpunkt des Designers gesehen ist die Kampagne absolut brauchbar, sie trifft einen Nerv und zieht Aufmerksamkeit auf sich, ist dabei grundsolide umgesetzt. Alles gut also? Ich für meinen Teil sehe das doch deutlich kritischer, als es in diesem Fall lediglich auf die Gestaltung herunter zu brechen.

Die Plakate, wie auch der Werbespot lassen bei mir ausschließlich ein Gefühl des Unbehagen zurück, das sich aber nicht auf einen Präventionsgedanken niederschlägt, sondern bestenfalls auf eine Auseinandersetzung darüber, ob man mit solchen Ungeheuern werben dürfe. Der Hitlergruß ist in Deutschland verboten, solche Werbung aber nicht? Und dabei gehe ich noch einen Schritt weiter und finde sie geschmacklos, weil sie die Träger der Krankheit stigmatisiert.


Der Werbespot »Aids ist ein Massenmörder«

HIV-Infizierte werden nach wie vor in der Gesellschaft häufig diskriminiert und der Umgang mit Ihnen ist mit einer großen Portion Unwissenheit behaftet. Einen HIV-Infizierten nun quasi das Gesicht eines Massenmörders zu verleihen halte ich für sehr bedenklich, da eine solche Kampagne nicht die Aufklärung und das Wissen fördert, sondern mit der Angst und dem Grauen der Menschen spielt. Es ist das rein reißerische an dieser Werbung, die sie funktionieren lässt.

“Wir wollten dem Virus ein Gesicht geben, nicht den Erkrankten”, sagt Dirk Silz von »das comitee« gegenüber Spiegel Online. “Dass die Kampagne möglicherweise über das Ziel hinausschießt, haben wir in Kauf genommen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.”

Die Frage bleibt, ob das tatsächlich mit einer solchen Gestaltung funktionieren kann, die auf Angst basiert. Aufmerksamkeit ist sicherlich dadurch zu erregen, das zeigen die steigenden Zugriffszahlen der Initiative, deren Website zwischenzeitlich nicht zu erreichen war. Doch heiligt auch hier der Zweck die Mittel?

Ich bin neugierig, wie die Kampagne bei unseren Lesern ankommt und bitte mal wieder um Kommentare.

das comitee
Regenbogen e.V.
aids-ist-ein-massenmoerder.de


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6 Kommentare zu “Sex mit Massenmördern”

  • Adriana sagt:

    Ich empfinde die Kampagne als geschmacklos und begrüße den Vorstoß der AIDS-Hilfe:

    Die AIDS-Hilfe prüft inzwischen rechtliche Schritte gegen den verantwortlichen Verein Regenbogen. Dieser “widerliche Spot” mit einem Hitler-Imitator verhöhne alle Opfer des Nationalsozialismus und setze HIV-positive Menschen mit Massenmördern gleich, sagte Vorstandsmitglied Carsten Schatz in Berlin. Die Kampagne schade der HIV-Prävention, da sie keine Botschaft habe.

    Meiner Meinung nach sind hier die Macher deutlich über das Ziel hinausgeschossen und sollten sich besinnen, das man mit solchen Unmenschen nicht auch noch Werbung treiben dürfe.

  • karsten sagt:

    Ich finde die Werbung einfach nur geschmacklos.
    Ja klar, effektiv, weil alle drüber reden, aber ist das immer Sinn und Zweck? Mich würde sehr die Meinung eines Aids-Patienten interessieren. Ich käme mir als Betroffener völlig ausgestellt und falsch verstanden vor!!!

  • chem sagt:

    also ich bin der meinung dass das hier keine werbung ist, wie es hier oft genannt wird. hier wird ja nicht, wie es in einer anderen kampagne mal der fall war, mit hitler für kondome geworben sondern versucht aufklärung zu betreiben.
    einziger nachteil bei der sache find ich, ist dass das hiv-infizierte mit massenmördern gleichgestellt werden.

  • Bert sagt:

    Geschmacklos ist das richtige Wort, und absolut daneben die Kampagne. Schockwirkung lasse ich ja gerne gelten, doch dieses Niveau ist unter jedem Niveau. Ich denke, Hitler, Stalin oder Hussein (den ich im Übrigen kaum zu erkennen vermöge) haben allesamt in Werbekampagnen nichts zu suchen. Und Massenmord mit einer Krankheit gleichzusetzen halte auch ich für extrem stigmatisierend.

    Die jüngeren Betrachter der Plakate werden die gezeigten Personen kaum oder gar nicht erkennen, das ist wohl leider Fakt in unserer nicht gerade berauschend gebildeten Jugend und so bleibt vielleicht auch nicht aus, das bei dieser Gruppe HIV als Altmännerkrankheit wahrgenommen wird. Eine schreckliche Vorstellung, wie ich finde, denn mit Aufklärung hat das dann restlos gar nichts mehr zu tun …

  • Adriana sagt:

    Das Thema lässt mich nicht los, deshalb mein zweiter Kommentar. Ich habe diese Kampagne der französischen AIDeS gefunden, die genau das erfüllt, was der Regenbogen e.V. eigentlich erreichen wollte: Verstören, aufrütteln.

    Nun ist diese Kampagne aber so offensichtlich abstrakt, das das Thema auch tatsächlich ankommen kann, ohne den oben genannten Protagonisten noch Raum zu geben. Ich denke, so oder so, dass die Kampagne des Regenbogen e.V. ein Fall für den Werberat sein sollte – oder zumindest sollten die Menschen hier ein Zeichen setzen, und den Machern die Meinung sagen.

    Reine Politik zu Gunsten der Public Relations auf Kosten von Verfolgten und Angehörigen ist unerhört.

  • Alex sagt:

    Wir können doch nicht leugnen das AIDS ein Massenmörder ist. Und wo bitte Schön wir in dieser Kampagne gesagt “HIV POSITIVE sind Massenmörder” hee hee ?? Also sollte man diese Kampagne auch verstehn bevor man hier was textet ! Sorry aber den Virus ne Fratze statt ne Rübchen ein Tütchen geben !

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