Neues Stadtlogo für Würzburg

Das zuletzt verwendete Logo der Stadt Würzburg ist inzwischen 20 Jahre alt und in einer Vielzahl von Varianten veröffentlicht worden, die eine treffende Zuordnung zur Stadt erschweren. Richtungsweisend hat die Stadt deshalb entschlossen, ein neue und einheitliche Corporate Identity einzuführen, deren zentrales Element das neue Logo der Stadt ab 2010 werden wird.
Das Logo versinnbildlicht Würzburg als historische Stadt mit Gebäuden von hohem Wiedererkennungswert; eine Stadt, die durch den Fluss Main geprägt ist und sich an beiden Ufern des Flusses entwickelt hat. Auf den ersten Blick glaubt man lediglich eine Spiegelung der im oberen Teil des Signets stilisierten Silhouette der Würzburger Innenstadt mit Neumünster, Marienkapelle, Grafeneckart und Dom zu sehen. Auf den zweiten Blick wird aber im unteren Teil des Logos die Silhouette der Festung Marienberg sichtbar.
Neben der Bildmarke steht linksbündig, der in den versalen Lettern der Schriftart »Finnegan« gesetzten Schriftzug »Stadt Würzburg«. Getrennt werden Wort- und Bildmarke durch einen vertikalen schwarzen Strich. Das Wappen der Stadt Würzburg, die rot-goldene Sturmfahne, wird von dem neuen Markenzeichen gänzlich unberührt bleiben.
Meinung
Das neue Logo ist lobenswert feinsinnig umgesetzt worden. Vor allem die Bildmarke zeugt von einer soliden Kreativität, die auch den Anspruch eines Logos, über viele Jahre verwendbar zu sein, erfüllt. Stadtgrafiker Markus Westendorf, der für das neue Logo verantwortlich zeichnet hat hier gute Arbeit geleistet.
Lediglich die schwarze Linie, der Wort- und Bildmarke voneinander trennt, scheint ein gänzlich überflüssiges Element zu sein, das im Gesamteindruck eher störend wirkt. Auch an der Typografie wären noch Verbesserungen vorstellbar. So sind die Unterschneidungen der einzelnen Lettern nicht immer harmonisch aufeinander abgestimmt – wie beispielsweise das DT in »Stadt« oder auch das RG in »Würzburg«.

Doch diese Feinheiten können den positiven Gesamteindruck des neuen Signets nicht schmälern. Das mit der Öffentlichkeitsarbeit einer Stadt viel Schindluder betrieben werden kann, zeigten ja beispielsweise Cottbus (Design Bote vom 5. Februar 2009) und Dorsten (Design Bote vom 3. Dezember 2008). Mal sehen, wie Würzburg im Rahmen der neuen Corporate Identity vielleicht auch im Internet noch punkten kann.
wuerzburg.de
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Schlagworte: Bildmarke, Signet, Stadtlogo, Wortmarke, Würzburg


























Als gebürtiger Unterfranke fühl ich mich dazu gezwungen, das Logo zu kommentieren: Der Trick mit der Spiegelung gefällt mir sehr gut, da man wirklich fast so am Mainufer stehen könnte. Die Festung im Rücken und die Altstadt am gegenüberliegenden Ufer.
Leider ergibt sich bei den dünnen Linien ein Problem. Die Aufteilung wird in 300DPI sicher gut funktionieren, doch schon bei 72DPI beginnen die dünnen Linien zu verschmelzen. Das wird in noch kleineren Darstellungen sicherlich noch problematischer werden.
Die Silhouette der Festung ist deutlich erkennbar, allerdings musste ich bei der oberen Silhouette erst an eine orientalische Stadt denken.
Bei dem Trennstrich kann ich ihnen Recht geben. Der Strich ist völlig unnötig und daher eher störend. In der Farbe der Bildmarke und einer besser gewählten Länge könnte er aber funktionieren. Besonders die Position des oberen Endes des Strichs wirkt völlig willkürlich gewählt.
Dennoch zähle ich das Logo zu den Besseren in dem sonst üblichen Horrorkabinett aus Städte CIs.
Gelungene Typographie: Neues Stadtlogo für Würzburg http://tinyurl.com/yg789dm #Typographie