Designprodukte aus Turnmattenstoff

BAGIRA ist ein kleines, feines Label, jenseits der sonst üblichen Massenherstellung in der Modebranche. Das Design ist klar in der Linie und besitzt einen sehr hohen Wiedererkennungswert, der den persönlichen Geschmack und Stil seiner Träger betont. Das waren die ersten Informationen, die mir die Designerin Madeleine Staaden zukommen lies. Ein erster, kurzer Text, der in mir Neugier weckte und mich dazu bewegte, die Arbeiten von Madeleine etwas genauer in Augenschein zu nehmen – was mich wiederum im Anschluss daran veranlasste, ein Interview mit ihr zu führen.
Das Label wurde im Jahr 2000 gegründet. Madeleine Staaden arbeitete zuvor als Kostümbildnerin für verschiedene Theater- und Fernsehproduktionen. Aus dem eigenen Wunsch nach einer individuellen Tasche entwickelte sich eher per Zufall, denn aus einer großen Idee heraus, eine eigene Taschenkollektion, später kamen dann T-Shirts und jetzt ganz neu Möbel aus Turnmattenstoff hinzu.
Galerie
Für einen ersten Eindruck der Produkte von Bagira gibt diese Bilderserie einen brauchbaren Einblick in die Produktpalette.
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Das Interview
Design Bote: Wo kommt der Name ‘BAGIRA’ her?
Madeleine Staaden: Der Name Bagira beinhaltet das englische “Bag” für Tasche. Da ich aber auch sehr viel mit Tiermotiven arbeite, gibt es auch die Anlehnung an das Dschungelbuch von Rudyard Kipling.
Design Bote: Wieso der Hund im Logo des Labels?
Madeleine Staaden: Der Hund war mein erstes Taschenmotiv.
Design Bote: Welche Ausbildung hast du genossen?
Madeleine Staaden: Klassische Schneiderausbildung im Handwerksbetrieb, Fachabi für Gestaltung in Köln, danach als Theaterschneiderin bei diversen Produktionen gearbeitet, Kostümbildassistenz bei verschiedenen Fernsehproduktionen, nebenbei angefangen die Taschen zu machen, lief immer besser, erste zu den Taschen passende T-Shirts entworfen, und so entwickelte sich alles immer weiter… ich arbeite teilweise auch noch als Kostümbildnerin, mein letztes Projekt war eine Mini-Kinderserie “Tanz mit Prinzessin Lillifee”.

Madeleine Staaden
Madeleine Staaden: Ich erfuhr von einer Turnhalle in Köln, die abgerissen werden sollte. Alles was da noch an Geräten drin war sollte einfach weggeschmissen werden. Ich bin dann mit einem Freund hin und habe diverse Geräte “retten” können. Sprunggeräte, alte Ledermedizinbälle und andere Schätze. Ich war schon ewig nicht mehr in einer Turnhalle gewesen und war emotional ganz berührt von den Gerüchen, der Akustik, dem anfassen der ganzen Dinge dort. Auch lagen dort alte Turnmatten rum, und ich dachte das das doch eigentlich ein ganz spannendes Material ist. Ich habe dann nach neuen Mattenmaterial recherchiert, fand dann auch einen Lieferanten und war komplett begeistert, da das neue Mattenmaterial strahlend blau ist, und nicht wie das alte so blau grau… Und so kam eins zum anderen.
Design Bote: Welche Assoziation möchtest du mit deinen Möbeln wecken?
Madeleine Staaden: Alle Modelle werden aus original neuem Turnmattenstoff in Kombination mit echtem Leder hergestellt. Das Leder wird üblicherweise zur Herstellung von Turngeräten verwendet. So wird die jedem vertraute Optik aus vergangenen Turnstunden hier anregend neu definiert. Das Gefühl beim Betrachten und Anfassen der Modelle, eine vertraute Assoziation: „Das kenne ich doch!“ wird aufgelöst durch das wieder Erkennen von bekanntem Material, welches hier in neuem Design und mit neuen Möglichkeiten gezeigt wird.
Design Bote: Wo und mit wem arbeitest du zusammen?
Madeleine Staaden: Das verwendete Kunstleder ist extrem langlebig und haltbar und wird von einer Firma in Süddeutschland geliefert, normalerweise wird es in der Autoindustrie verwendet. Hergestellt werden die Taschen in Köln, in kleinen handgefertigten Serien. Passend zu den Taschen wurden verstärkt auch T-Shirts entworfen, so das mittlerweile mehrere eigenständige T-Shirt Kollektionen entstanden sind. Der Lieferant der T-Shirts ist Mitglied der „FAIR WEAR FOUNDATION“. Auch sind alle Shirts ÖKO-TEX STANDARD 100 zertifiziert, bei der Herstellung werden also keine gesundheitsschädlichen Textilien und Färbesubstanzen verwendet. Bedruckt und veredelt werden die Shirts in Köln.
Design Bote: Was planst du für die Zukunft?
Madeleine Staaden: Ganz neu ist ja gerade die Kleinmöbel Kollektion “Strahlend blau!“, an der ich zurzeit mit Hochdruck arbeite. Darüber hinaus lasse ich nun erstmal das neue Jahr auf mich zukommen …
Design Bote: Sind neben dem Online-Shop auch Ausstellungen geplant?
Madeleine Staaden: Ich bin am überlegen, manche Messen sind sehr interessant, Blickfang Stuttgart, oder designers open, aber alleine ist das schwierig und auch teuer. Vielleicht findet sich noch jemand der mit mir zusammen sich eine messe “teilt”.
Meinung
Die Idee ist ebenso simpel wie ansprechend und dabei auf Ihre Weise einzigartig. Sie verbindet brauchbare Wohnaccessoires mit einem humorvollen und dabei durchaus vorzeigbaren Design, das sich an Erinnerungen knüpft und vielleicht gerade deshalb Freude und Begeisterung in der Verwendung mit sich bringt. Wir wünschen Madeleine, nicht nur aufgrund des freundlichen Interviews, viel Erfolg bei weiteren Projekten und Produkten und hoffen, nächstes Jahr vielleicht etwas früher vor Weihnachten über eine neue Kollektion berichten zu können.
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Schlagworte: BAGIRA, Interview, Madeleine Staaden, Turnmattenstoff





























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Update: »Designprodukte aus Turnmattenstoff« http://bit.ly/8kP7Iq BAGIRA ist ein kleines, feines…
Wow, das hört sich wirklich gut an! Super Idee mit dem Turnmatten-Stoff!